Alles auf der Karte bestellbar

Alles auf der Karte bestellbar

Wala. Tsüri hat unsereiner Erstes-Date-/Hochzeitstag-/Geburi-/Balsam-für-die-Seele-/Grosi-beeindrucken-/Omis-problemlos-mitschlepp-/Geil-Ässe-uf-solid-ghobenem-Nivo-Reschti gekriegt. Die Marktküche. Der Name is Programm. (Fast, Gärschte z.B. habbi no net entdeckt) alles aufm Teller is auch aktuell aufm Bärner Märit zu finden, die Karte wechselt monatlich. Mittags gibbet Menus. Abends steht eine kleine Karte mit hübsch übersichtlicher Auswahl parat, alternativ eis Mehrgang-Menu mit oder ohne Weinbegleitung. Alles is vegan. Mademoiselle hat angesichts der Preise entsprechend Erwartungen. Glaubs ab Donnschti is reserviern von Vorteil.

Warmes Licht (läck is des Frollein Fän vo dere Lampene bzw. Glüehbirene) und bitz zu gutes Benehmen empfängt den geneigten Gast. Die Einrichtung is grün und strukturiert zämeramisiert ohne zu überfüllen. Die Musik für Dsischti früeche Abe chli zlüpfig, aber da zu einer des Fräuleins Lieblingsklangbilder gehörend wunderbarst.

Die Küche grüsst mit Gerstenrisotto und Austernpilzen. Schaso dr Hammer. Der grüne Veltliner genehmigt sich des Frollein zu Alpen-Sushi (Gerste statt Amaranth, Räuchertofu, Kräuteressenz) und Flammkuchen (Schwarzwurzel, Preiselbeere, Brunnenkresse). Letzteren mag das Frollein bitte gärn ab sofort zum zMorge, zMittag u zNacht. Die Kombination is grosses Kino und dieses süss-salzig-sauer-Dingens ist über alle Masse suchterregend. Der Gastgeber is inzwischen u fescht schätzelig charmant und vermag Herzlichkeit zu  vermitteln (gärn scho vo Afang a so!). Die Teller lassen adäquat wenig Schischi erblicken.

Zu Serviettenknödel und Spaghetti Carbonara gibbet es Glesli Zweigelt, einer der locker-flockigen Art. Obacht, das Frollein fängt ab iz de grad a auf sehr sehr hohem Niveau (wück) zu kritisiern. Die Serviettenknödel dürften birebitz meh Pfupf ha, aber Kräuterseitlinge und Lauchgmües reissens problemlos raus. Die Carbonara dürft chli cremiger u chüschtiger sein und der Räuchertofu kleiner gewürfelt. Die Pasta an sich und der Trüffel san einwandfrei.

Aufs Dessert hin wechselt das Frollein auf Muskateller. Der Cheesecake verträgt nen Tick weniger Säure, was aber durch die Hagenbutten-Essenz bitz abgefangen wird. Die Panna Cotta is wölkchen mit perfekter Konsistenz und nem Mü Bedarf an Schmiss (Vanille is allerdings perfekt dosiert drinne), der Öpfukompott zu mit angenehmem Restbiss. Mademoiselles Liebling is des Schnickers mit Limetten-Basilikum-Sorbet. Wölkchen, Einhorn.  Einziger für des Frollein ernsthafter Wermutstropfen in der ganzen Gschicht is das Käfeli mit Herkunft Nespresso (es sig äbe der nachvollziehbarste Lieferant Punkto Arbeitsbedingungen und so). Fein isses aber. Ebenso der Rahm für rein, welcher Level unsichtbares pinkes Einhorn erreicht.

Liebe MitBerner_innen (und andre Nöd-Tsürcher_innen), des is allemal es Usflügli ins nahe Ausland wert. Liebe Tsürcher_innen, gniesst Euren Mehrwert. Mademoiselle findet des Dinges macht ihrem Lieblings-Reschti in Berlin geschmacklich bitz Konkurrenz und verschätzelet das Weinangebot. Löve.

PS: Tschuldigung tuusig für die Föteli-Qualität, ke Chance bei des Frolleins rudimentärer Ausrüstung.

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